Einsatz Kierberger Straße 15, 06.03.1996, 13.42 Uhr
Schlußbericht
Köln, April 1996
Inhaltsverzeichnis:
| Seite | |
| 1. Auftrag | 2 |
| 2. Vorgehensweise | |
| 2.1 Zusammenstellung schriftlicher Unterlagen | 3 |
| 2.2 Arbeitssitzungen | 4 |
| 3. Ergebnisse | 4 |
| 3.1 Rekonstruktion | 4 |
| 3.2 Schwachstellenanalyse | 7 |
| 3.2.1 Die wesentlichen Faktoren | 7 |
| 3.2.2 Detaillierte Betrachtung der Problembereiche | 8 |
| 3.2.2.1 Atemschutzeinsatz | 8 |
| 3.2.2.2 Kommunikation | 10 |
| 3.2.2.3 Streßresistenz | 10 |
| 3.2.2.4 Verrauchung der Vorhalle / Lüftereinsatz | 11 |
| 3.2.2.5 Schnellangriff | 11 |
| 3.2.2.6 Fangleine | 12 |
| 3.2.2.7 Einsatz des Rettungstrupps | 12 |
| 3.2.2.8 Sonstige Ausrüstung / Festhängen mit Ausrüstungsgegenständen | 13 |
| 3.2.2.9 Verantwortlichkeit für die persönliche Schutzausrüstung | 14 |
| 3.2.2.10 Allgemeines Gefahrenbewußtsein | 14 |
| 3.2.2.11 Ausbildung | 15 |
| 3.2.2.12 Führung | 15 |
| 3.2.2.13 Multifunktionalität | 16 |
| 3.2.2.14 Personalausgleich / Löschzugkonzept / Einsatz gemischter Trupps | 16 |
| 3.2.2.15 Personalstärke bei Hochhaus- und Kellerbränden | 17 |
| 3.2.2.16 Einsatznachbereitung | 17 |
| 3.2.2.17 Vorbeugender Brandschutz | 18 |
| 4. Lösungsansätze | |
| 4.1 Atemschutzüberwachung | 18 |
| 4.2 Rettungstrupp | 19 |
| 4.3 Verrauchung / Lüfter | 19 |
| 4.4 Schnellangriff | 19 |
| 4.5 Atemschutzübung | 19 |
| 4.6 Kommunikation | 19 |
| 4.7 Sonstige Ausrüstung | 20 |
| 4.8 Ausbildung | 20 |
| 4.9 Führung | 20 |
| 4.10 Personalstärke bei Hochhausbränden / Personalausgleich | 20 |
| 4.11 Einsatznachbereitung / Qualtäts-Management-System | 21 |
| 5. Prioritätenliste zur Umsetzung | 21 |
| 6. Sonstige Unterlagen | 26 |
| 7. Veröffentlichung | |
| 7.1 Offenlegung des Abschlußberichtes | 26 |
| 7.2 Fachliteratur | 27 |
| 7.3 Hotline | 27 |
| 8. Schlußwertung | 28 |
| Anlagen (hier nicht enthalten) | |
| I - Lageplan des Objektes mit der Fahrzeugaufstellung | |
| II - Lageplan des Erdgeschosses | |
| III - Lageplan des Kellergeschosses | |
1. Auftrag
Nach Abschluß der polizeilichen
und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem tödlichen
Dienstunfall des Brandmeisters Andreas Stampe wurde von 37 mit Verfügung
vom 25.03.1996 eine Unfallkommission eingesetzt.
Aufgabe der Kommission war
es, den Einsatz dahingehend aufzuarbeiten, welche Konsequenzen für
die Technik, Taktik und Ausbildung der Feuerwehr zu ziehen sind. Ein besonderes
Anliegen der Unfallkommission war es, diesen Dienstunfall zum Anlaß
zu nehmen, auch andere Beinaheunfälle im Bereich der Berufsfeuerwehr
Köln, aber auch gravierende Dienstunfälle anderer Feuerwehren
der letzten Jahre in die Auswertung von möglichen Schwachstellen mit
einzubeziehen. Dies wurde durch die Besetzung der Unfallkommission mit
Mitarbeitern anderer Berufsfeuerwehren unterstützt. Ein weiterer Grund
für die Beteiligung von Mitarbeitern anderer Feuerwehren ist die Vermutung,
daß mögliche Konsequenzen bundesweit bei den Feuerwehren gezogen
werden müssen. Aus der Erfahrung ist bekannt, daß die vorbehaltlose
Aufklärung von Sachverhalten im eigenen Hause auf menschliche Grenzen
stößt. Auch hier ist die kritische Begleitung durch externe
Feuerwehrkollegen hilfreich.
Die Mitglieder der Unfallkommission
waren:
Branddirektor Maurer, Vorsitzender,
Leiter der Abteilung Brandschutz,
Hilfeleistung und Rettungsdienst der BF Köln,
u. a. verantwortlich für
die Einsatzvor- und -nachbereitung sowie die Ausbildung.
Brandamtmann Backes, Einsatzleiter
im Einsatzdienst, Wachvorsteher einer Feuer- und Rettungswache, ehemalige
Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Brandamtmann Jungverdorben,
Mitarbeiter der Feuerwehrschule,
langjähriger Zugführer auf einer Feuer- und Rettungswache, Aufstiegsbeamter
mit langjähriger Einsatzerfahrung als Truppmann und Truppführer.
Oberbrandmeister Kolberg,
Vertreter des Personalrates,
langjähriger Mitarbeiter im Einsatzdienst als Truppmann und Truppführer.
Herr Schwägergen,
für die Berufsfeuerwehr
Köln zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Als Mitarbeiter anderer
Berufsfeuerwehren:
Branddirektor Kircher,
Leiter eines Einsatzabschnittes
der Berliner Feuerwehr.
Branddirektor Rechenbach,
Leiter der Techn. Abteilung
der Berufsfeuerwehr Hamburg, stellvertretender Amtsleiter
Brandrat Cimolino,
Leiter der Abteilung Aus-
und Fortbildung der Berufsfeuerwehr Düsseldorf.
Die Unfallkommission wurde
zum 01.04.1996 eingerichtet mit dem Auftrag, den Abschlußbericht
bis 30.04.1996 vorzulegen.
2. Vorgehensweise
2.1 Zusammenstellung schriftlicher Unterlagen
Zur Einführung in die Thematik und zur persönlichen Unterrichtung der Mitarbeiter der Unfallkommission wurden folgende Unterlagen zur Schaffung eines einheitlichen Sachstandes zusammengestellt und den Mitgliedern der Unfallkommission zur Kenntnis gegeben:
1. Presseinformationen zum Einsatz
2. Einsatzprotokoll des Einsatzleitrechners der Leitstelle
3. Einsatzbericht
4. Sonderbericht zum Einsatz 3402 - Dienstunfall von Brandmeister Stampe als Anlage zum Einsatzbericht -
5. Zeitablauf des Einsatzes aus der Erinnerung des Einsatzpersonals
6. Abschrift des Tonbandmitschnitts zwischen Leitstelle und Einsatzstelle im 4m-Band
7. Stärkemeldung vom 6.03.1996
8. Einsatzablauf Kierberger Straße. Bericht von OBM Axel Strang, Angriffstruppführer
9. Dokumentation der Atemschutzüberwachung
10. Dokumentation Rettungsdienst über verletzte Personen
11. Kräfteübersicht der Leitstelle zum Einsatz Kierberger Straße
12. Auswertung der Atemschutzerfahrung der eingesetzten Beamten
13. Meldungen an die Unfallkommission von 372 vom 01.04.1996
14. Vermerk zum Stand der Ermittlungen der Polizei
15. Verfügung zur vorläufigen Alarmierung zu Hochhausbränden als Feuer 2
16. Bericht über den Atemschutztrageversuch der Feuer- und Rettungswache 7
17. Auszug aus der DIN 14921 - Fangleinen - zur Befestigung der Leine im Beutel
18. Verbesserungsvorschläge von HBM Enno Berg vom 20.03.1996
19. Bericht über einen Übungsbesuch bei der Freiwilligen Feuerwehr, Löschgruppe Dellbrück und Strunden
20. Hinweise zur richtigen Verwendung von Fangleinen
21. Anregungen zur Optimierung der Einsatzkonzepte aus taktischer und technischer Sicht, eine Stellungnahme der Feuer- und Rettungswache 5/II
22. Dokumentation über Unregelmäßigkeiten an Überdruckatemschutzgeräten bei der BF Köln in den letzten Jahren
23. Anregungen der FW 6/II.
2.2 Arbeitssitzungen
Es fanden fünf Arbeitssitzungen
der Unfallkommission statt. Vorrangiges Ziel war es, sich zunächst
Klarheit über die tatsächlichen Abläufe an der Einsatzstelle
zu verschaffen. Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen und den Beobachtungen
an anderen Einsatzstellen der Kölner, aber auch sonstiger Feuerwehren,
wurden Schwachstellen aufgezeigt und in einem weiteren Schritt dazu Lösungsansätze
erarbeitet. Die Unfallkommission wurde dabei ganz wesentlich von den unmittelbar
an der Kierberger Straße eingesetzten Kollegen unterstützt.
Zur besseren Strukturierung, aber auch mit Respekt vor der enormen psychischen
Belastung der eingesetzten Kollegen wurden zwei getrennte Gesprächsrunden
durchgeführt. Am 15.04. sprach die Unfallkommission mit dem Angriffstrupp,
dem Rettungstrupp, dem Zugführer sowie den Einsatzleitern und einem
weiteren, zur Rettung eingesetzten Kollegen. Am 16.04. waren alle diejenigen
Mitarbeiter eingeladen, die unmittelbar an der Einsatzstelle anwesend waren
und so durch ihre Beobachtungen ggf. zu einer Klärung und Verbesserung
beitragen konnten. Von diesem Angebot machten 10 Kollegen Gebrauch. Allen
anderen Kollegen wurde die Möglichkeit angeboten, sich schriftlich
oder mündlich mit der Unfallkommission in Verbindung zu setzen.
3. Ergebnisse
3.1 Rekonstruktion des Einsatzablaufs
Kirberger Str. 15, Kellerbrand
Die folgende Darstellung
des Einsatzablaufes Kierberger Straße enthält ausschließlich
nachprüfbare Fakten ohne jegliche Wertung und Kommentierung. Sie beschränkt
sich in ihrer Darstellung auf die Ereignisse, deren Beschreibung zum Verständnis
des Gesamtablaufs sowie des Unfallhergangs notwendig sind. Diese Beschreibung
wird ergänzt durch den Einsatzbericht, die Dokumentation des zeitlichen
Ablaufs am Einsatzort sowie das Protokoll des Einsatzleitrechners und die
Tonbandaufzeichnung der Leitstelle. Im Folgenden wird daher auf die Benennung
konkreter Zeitabläufe zur Wahrung der Übersichtlichkeit verzichtet.
Aufgrund eines Anrufs eröffnete
die Leitstelle den Einsatz Kierberger Straße als Kellerbrand. Die
aktivierte Einsatzmittelkette bestand aus: LF2, DL2, TRO10, LF1-1, GWA1,
BVA3, RTW12.
Als erste Fahrzeuge trafen
das LF2 und die DL2 ein, ca. 2 Minuten später das
LF1-1, der GWA1 und der
RTW12. LF2 und DL2 fuhren die Einsatzstelle über die Kierberger Straße
an und stationierten die Fahrzeuge in der Nähe des Eingangs. Vor Ort
erfolgte die Einweisung des Zugführers durch den Hausmeister. Zu diesem
Zeitpunkt bestand keinerlei Verrauchung der Vorhalle, die Kellertreppe
war nur leicht verraucht. Von der Vorderseite des Gebäudes war keine
Rauchentwicklung sichtbar. Es gab keine Beunruhigung der Bewohner und keine
Hinweise auf akut gefährdete Personen. Der Brandort war zunächst
nicht erkennbar. (Nachträglich wurde bekannt: Der Hausmeister und
ein Elektriker befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im Keller
in einem abgelegenen Raum. Als Fluchtweg bot sich ihnen ein auf Betreiben
des VB's entgittertes Oberlicht. Sie waren bei Eintreffen der BF auf diesem
Weg aus dem Gebäude gelangt. Daher hatte auch der Hausmeister seine
Kenntnis über die Verrauchung des Kellerraumes.)
Durch den Angriffstrupp
des LF2, der ausgerüstet war, wurde der Schnellangriff durch die Vorhalle
über den Treppenraum vorgenommen. Die Kellertüre wurde mit einem
vom Hausmeister übergebenen Schlüssel geöffnet. Vom LF1-1
wurde in Abstimmung mit dem Zugführer LF 2 ein 2. Angriff mit einem
C-Rohr über die Tiefgarage (offenes Rolltor) vorgenommen. Die Türe
zum Kellerraum (vgl. Nr.7 der Skizze) wurde mit einem Schlüssel des
Hausmeisters geöffnet. Der Hochdruckschnellangriff des zuerst durch
die Vorhalle vorgegangenen Angriffstrupps hing im völlig verrauchten
Keller (Sicht Null) fest. Brandmeister Stampe als 3. Mann des Angriffstrupps
ging zurück und zog den Schlauch nach. Dadurch konnte der Trupp etwa
bis zum Bereich der Aufzugschächte weiter vorgehen. Ein erneutes Festhängen
der Schlauchleitung veranlaßte den Truppführer, den Einsatz
mit Hochdruckschnellangriff abzubrechen und die Bereitstellung eines C-Rohres
über Verteiler zu fordern. Zwischenzeitlich hatte der Maschinist des
LF2 und der Maschinist DL2 entsprechend dem Löschzugkonzept einen
Verteiler mit C-Rohr und Schlauchreserve in die Vorhalle gelegt. Der Angriffstrupp
LF2 ging geschlossen am Hochdruckrohr zurück und holte das C-Rohr
aus der Vorhalle, die nur leicht verraucht war. Dabei forderte der Truppführer
die Vornahme eines Lüfters. Der motorgetriebene Lüfter wurde
in der Vorhalle vor dem Kellerabgang aufgestellt.
Beim Eintreffen des BVA
stand ein Atemschutz-Rettungstrupp aus drei Mann im Bereich LF1-1 bereit.
Der Angriffstrupp LF2 ging
erneut durch den Keller in Richtung Brandherd vor. Durch den Lüfter
war der Angriffsweg im Treppenraum weniger verqualmt. Beim zweiten Vorgehen
im völlig verrauchten Keller über die Schnellangriffseinrichtung
hinaus, mußte die Brandstelle gesucht werden. Zwischenzeitlich war
vom LF1-1 ein C-Rohr über die Tiefgarage durch die Türe Nr. 7
vorgenommen worden. Der Angriffstrupp LF2 hat Brandgeräusche und Aktivitäten
des Angriffstrupp LF1-1 wahrgenommen.
Die enorme Hitze veranlaßte
den Angriffstrupp LF2, zwei bis drei Meter zurückzugehen. Zuvor wurde
kurz - ohne Effekt - Wasser gegeben.
Nach Vornahme des zweiten
C-Rohres begann der Zugführer LF1-1 mit der Atemschutzüberwachung.
Er erfaßte zunächst den eigenen Trupp und bekam mündlich
die Information über Namen und Einsatzzeit des ersten Angriffstrupps
vom LF2.
Über die Leitstelle
wurde bekannt, daß sich Personen im 22. Obergeschoß durch den
Rauch gefährdet fühlten (gemeldet wurde: akute Atemnot). Der
BVA entsandte zwei Mann des Atemschutz-Rettungstrupps in das 22. OG zur
Erkundung und Belüftung. Der Atemschutz-Rettungstrupp wurde durch
den Maschinisten DL2 auf 1/1 ergänzt, ein weiteres LF (LF 3) nachbestellt.
Die Rauchentwicklung nahm stark zu und führte im Gebäude an verschiedenen
Stellen zu starkem Gefährdungsempfinden der Bewohner, die sich bei
den Einsatzkräften und der Leitstelle bemerkbar machten.
Der in der Vorhalle aufgestellte
Lüfter verlor an Leistung, die Vorhalle verqualmte vollständig.
Der Lüfter wurde auf Weisung des Zugführers unter Filtergerät
aus der Vorhalle vor die Eingangstür gebracht.
Der BVA erhöhte auf
Feuer 2, Zugführer 2 und Fahrzeugführer DL 2 nahmen tragbare
Leitern zum Dach der Vorhalle vor. Sie trafen auf ein Kind und eine ältere
blinde Dame mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation. Der Zugführer LF1-1
übernahm die Registrierung und Koordination der Verletztenversorgung.
Die tatsächliche Gefährdungslage der Bewohner war unklar, es
wurde auf Feuer 3 erhöht. Der Atemschutz-Rettungstrupp war an den
Vorbereitungen eines Schaumangriffs zum Keller im Bereich der Tiefgarage
mit dem LF 3 beteiligt. Er verfügte zu diesem Zeitpunkt nicht über
ein Funkgerät.
An einem Atemschutzgerät
des Angriffstrupps LF2 ertönte der Restdruckwarner. Der Truppführer
befahl unverzüglich den Rückweg. Er orientierte sich an den Wänden
und den Schlauchleitungen und gab die Meldung über den Rückzug
auf 2m-Band ab. Eine Quittung erreichte ihn nicht, es herrschte reger Funkverkehr.
Auf dem gesamten Rückzugsweg lief die Fangleine von BM Stampe unbemerkt
aus dem Fangleinenbeutel aus. Im Übergangsbereich vom Keller zum Treppenraum
meldete BM Stampe, als dritter Mann an letzter Position im zurückgehenden
Trupp, daß er festhänge. Der Truppführer meldete: "Einer
von uns hängt fest und die Geräte sind fast leer". Eine Quittung
erreichte ihn nicht.
Der zweite Angriffstruppmann
des LF2 versuchte die Ursache zu ermitteln und stellte durch Ertasten fest,
daß BM Stampe an der Fangleine festhing und teilte ihm das mit. Zu
diesem Zeitpunkt wirkte BM Stampe nicht an seiner Befreiung mit. Die Leine
war ständig unter Zug. Der zweite Angriffstruppmann versuchte, den
Fangleinenbeutel oder die Fangleine zu entfernen sowie das Seil nachzuziehen.
Dies war nicht möglich. Während des Versuchs, am Gürtel
von BM Stampe ein Messer zu ertasten, verlor dieser das Bewußtsein
und sackte zusammen. Die Suche nach dem Messer verlief erfolglos. Hinzu
kam, daß sich der zweite Angriffstruppmann zur Verbesserung des Tastsinnes
die Handschuhe ausziehen mußte und sich dabei erhebliche Verbrühungen
an den Händen zuzog. Das eigene Feuerwehrbeil lag als Keil unter der
Kellertüre, BM Stampe lag auf seinem Beil.
Zwischenzeitlich setzte
der Angriffstruppführer LF2 die Meldung ab, daß ein Messer benötigt
würden. Eine Quittung erreichte ihn nicht. Die Meldung und der Ruf
nach einer Fluchthaube wurde außen von mehreren FM (SB) aufgenommen.
Der Zugführer LF1-1 forderte einen Angriffstruppmann des LF3 auf,
mit den geforderten Gerätschaften, die dieser zufällig bei sich
hatte, zur Vorhalle zu gehen. Gleichzeitig wurde der Atemschutz-Rettungstrupp
zur Vorhalle geschickt. Aufgrund fehlender Informationen von außen
und eigenem Restdruckwarner informierte der Truppführer seinen Trupp
und begab sich nach Übergabe der Handlampe in Richtung Vorhalle. Dort
wurde er von der total verrauchten, bei Einsatzbeginn rauchfreien, Vorhalle
überrascht. Es gelang ihm nach einigem Suchen, den Ausgang zu finden.
Der bereitstehende Rettungstrupp und andere FM (SB) waren für ihn
nicht erkennbar.
Zu diesem Zeitpunkt war
die lebensgefährliche Situation nur dem Angriffstrupp bewußt.
Der Angriffstruppführer LF2 und der Truppmann LF3 trafen vor der Vorhalle
zusammen. Der Angriffstruppmann LF 3 ging zu diesem Zeitpunkt davon aus,
die geforderten Geräte lediglich an den Angriffstrupp LF 2 zu übergeben.
Sein Gerät war noch nicht angeschlossen. Sie gingen gemeinsam in die
Vorhalle vor. Dort bemerkte der Angriffstruppführer LF 2, daß
sein Gerät ebenfalls leer wurde.
Er konnte den Angriffstruppmann
LF3 noch kurz einweisen und versuchte unter akuter Atemnot die Vorhalle
zu verlassen. Er mußte die Maske anheben. Ein durch die Verqualmung
zu sehender Lichtschein erwies sich als geschlossene Fensterwand. Die eigene
Wahrnehmung war bereits getrübt. Er wurde vom eintreffenden Rettungstrupp
ins Freie geführt. Er wies den Rettungstrupp und andere FM (SB) auf
die Situation im Keller und den C-Schlauch als Wegweiser hin.
Zwischenzeitlich erreichte
der Angriffstruppmann LF3 am Fuß der Kellertreppe den dort verbliebenen
Angriffstruppmann LF2 und BM Stampe, die er optisch nicht wahrnehmen konnte.
Gemeinsam schnitten sie die Fangleine mit dem Messer des Angriffstruppmanns
LF 3 durch. Es gelang ihnen zu zweit, den bewußtlosen BM Stampe einige
wenige Stufen hochzuziehen. Dies bereitete beiden äußerste Schwierigkeiten.
Aufgrund des Restdrucks brach der Angriffstruppmann LF2 die Rettung ab
und trat den Rückzug an. Der Angriffstruppmann LF3 verblieb bei BM
Stampe und versuchte ihn alleine zu retten, was sich als unmöglich
erwies.
Der auf dem Weg ins Freie
befindliche Angriffstruppmann LF2 traf in der Eingangshalle auf den zum
zweiten mal vorgehenden Rettungstrupp, der ihn nach draußen führte.
Der entlang des Schlauches vorgehende Rettungstrupp hatte sich zuvor in
der vollständig verrauchten Vorhalle gegenseitig verloren.
Die Schwierigkeit des Rettungseinsatzes
und die Hinweise des Angriffstruppführers LF2 veranlaßten den
Einsatzleiter, weitere Atemschutztrupps von nachrückenden Fahrzeugen
zur Rettung einzusetzen.
Aufgrund der starken thermischen
Belastung und der Aussichtslosigkeit der weiterhin versuchten Rettung bei
fehlender Kommunikationsmöglichkeit, trat der Angriffstruppmann LF3
den Rückzug an. Er traf auf den zum dritten mal vorgehenden Rettungstrupp,
der auch ihn ins Freie führte. Zuvor war auch er in der Vorhalle umhergeirrt,
stand an der geschlossenen Glasfront und war im Begriff, diese als einzig
erkennbaren Ausweg einzuschlagen.
Der Angriffstrupp LF12 und
ein Mann des zweiten Rettungstrupps fanden BM Stampe auf der Treppe und
trugen ihn ins Freie. Es erfolgte die Reanimation.
3.2 Schwachstellenanalyse
3.2.1 Zusammenfassung der wesentlichen Probleme beim Einsatz Kierberger Straße in der Reihenfolge ihrer Gewichtung
1. Die zu knapp bemessene Rückzugszeit (der bei Rückzugsbeginn zu geringe Restdruck; die zu geringe verbleibende Zeitspanne nach Ansprechen des Restdruckwarners).
2. Die fehlende Verbindung zwischen Angriffstruppführer und Außenwelt.
3. Die mangelnde Streßresistenz bei unerwarteten Problemen in Extremsituationen.
4. Die Verrauchung der Vorhalle.
5. Die Verwendung des Schnellangriffs (Verknotung/Drall, Wechsel zum C-Rohr).
6. Die Fangleine.
3.2.2 Detaillierte Betrachtung der Problembereiche
3.2.2.1 Der Atemschutzeinsatz
4.1 Atemschutzüberwachung
Eine konsequente Atemschutzüberwachung besteht aus folgenden Elementen:
4.2 Rettungstrupp
Der Rettungstrupp muß einen eindeutigen Standort haben und jederzeit erreichbar sein und über ein Funkgerät verfügen. Neben den Bestimmungen der UVV und der FwDV 7 ist ergänzend für jeden Einsatzabschnitt (vgl. Führungskonzept der BF Köln) ein Rettungstrupp bereitzustellen. Der Rettungstrupp darf lagebedingt auch zu anderen Tätigkeiten im Nahbereich um den Verteiler eingesetzt werden (ca. 25 m), wenn dadurch seine sofortige Einsatzbereitschaft oder Erreichbarkeit nicht beeinträchtigt wird. Des weiteren ist die Ausbildung von einheitlichen Such- und Rettungstaktiken erforderlich. Eine Stärke von 3 Mann wird empfohlen. Es ist eine geeignete Luftversorgung eingeschlossener oder eingeklemmter Kollegen zu schaffen.
4. 3 Verrauchung / Lüfter
Die vorhandenen Lüfter sind auf technische Mängel zu prüfen, ggf. auch konstruktiv zu verbessern. Die Ausbildung zum taktisch richtigen Einsatz ist regelmäßig zu wiederholen. Es sind Möglichkeiten zur Verminderung der Geräuschemission, der Verbesserung der Handhabung sowie der Zuverlässigkeit des Motors (z.B. lageunabhängiger Vergaser) zu prüfen.
4.4 Schnellangriff
Die Verwendung des Schnellangriffs ist nur dann vertretbar, wenn ein erfolgreicher Einsatz im ersten Angriff sichergestellt ist. Die Entscheidung liegt beim Einheitsführer und ist auf Grundlage einer Erkundung zu treffen. Dazu ist eine Entscheidungshilfe erforderlich.
4.5 Atemschutzübung
Die Atemschutzübungen sind hinsichtlich ihrer Aufgabenstellung und Darstellung der Realität zu ertüchtigen. Hierzu eignen sich Feuerlösch-Übungsanlagen nach Aachener Vorbild. Der dazu notwendige zeitliche Aufwand ist bei der laufenden Organisationsuntersuchung zu berücksichtigen. Die Atemschutzübungen sind um den Übungsteil "Retten verunglückter Kollegen", "Handeln in Notsituationen" und "Leeratmen von Atemschutzgeräten" (UVV / ggf. Simulation) zu ergänzen. Es ist ein geeignetes Konzept zu erstellen.
4.6 Kommunikation
Die Sprechfunkgeräte im 2-m-Band sind auf ihre Handhabung unter einsatzmäßigen Bedingungen zu ertüchtigen. Gleiches gilt für die Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb des Angriffstrupps. Die Bereitstellung eines eigenen Funkkanals für den / jeden Angriffstrupp und die Atemschutzüberwachung wird nicht empfohlen. Es ist jedoch streng darauf zu achten, daß bei der Einrichtung mehrerer Einsatzabschnitte unverzüglich eine Funktrennung eingeführt wird. Auch bei einer Führungsorganisation gem. Feuer 1 wird die Einrichtung eines Führungskanals empfohlen.
Dies sichert eine ausreichende Kanalverfügbarkeit für die auf einem Funkverkehrskreis arbeitenden Trupps und zwingt zur Einhaltung notwendiger Führungsstrukturen. Jeder im Gefahrenbereich eingesetzte Trupp muß über ein Funkgerät verfügen. Die Unfallkommission empfiehlt, als Funkrufnamen ausschließlich Funktionsbezeichnungen und nicht personenbezogene Namen zu verwenden. Als Notrufsignal im 2-m-Band wird "Blitz - Mann in Not" bis zur endgültigen, auch technischen Realsierung eines Notrufs empfohlen. Ein entsprechendes Konzept ist zu erstellen. Jeder Funkspruch ist zu quittieren
4.7 Sonstige Ausrüstung
Zur Trageweise aller am Körper mitzuführender Ausrüstungsgegenstände ist eine geeignete, nicht behindernde Befestigung (z.B. am Feuerwehrsicherheitsgurt) vorzusehen. Die persönliche Ausstattung ist um ein geeignetes Messer zu ergänzen, das an einer jederzeit zugänglichen Stelle in der Schutzkleidung getragen wird. Eine Reihe von Ausrüstungsgegenständen (vgl. Nr. 3.2.2.8) ist auf ihre Zweckdienlichkeit und Handhabung zu prüfen. Die Poolvorhaltung von sicherheitsrelevanten Gegenständen der persönlichen Ausstattung ist zu prüfen. Die Regelungen zur Mitführung von Ausrüstungsgegenständen sind zu überprüfen.
4.8 Ausbildung
Neben einer Ertüchtigung der Atemschutzausbildung sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Die im Führungskonzept vorgesehenen Aufgabenbereiche der Führungskräfte sind auch konsequent wahrzunehmen. Hierzu zählt insbesondere auch die Überwachung der Arbeitssicherheit und der Kontakt zu Trupps im Gefahrenbereich. Dazu bedarf es unterstützend einer disziplinierten Verhaltensweise aller Einsatzkräfte.
4.10 Personalstärke bei Hochhausbränden / Personalausgleich
Die Unfallkommission schlägt vor, die derzeit getroffene Regelung, Hochhäuser unter Alarmstufe 2 zu stellen, zunächst für die Dauer eines halben Jahres beizubehalten. Das Einsatzgeschehen ist kontinuierlich auszuwerten und als Entscheidungsgrundlage aufzubereiten.
4.11 Einsatznachbereitung / Qualitätsmanagement
Eine konstruktive Nachbesprechung von Einsatzabläufen ist zu institutionalisieren. Darüber hinaus ist ein permanenter Qualitätssicherungszirkel für Fragen des Einsatzdienstes einzurichten, um sicherzustellen, daß eine unabhängige Instanz außerhalb der üblichen Hierarchie als Ansprechpartner zur Verfügung steht, um sich erkannter Probleme anzunehmen und deren Lösung zu betreiben bzw. nachzuhalten. Daneben wird vorgeschlagen, ein Qualitäts-Management-System offiziell einzuführen und konsequent zu betreiben. Hierzu sind gesonderte Ausführungen erforderlich.
5. Prioritätenliste
Hinweise zur Terminologie:
| Priorität: | 1 - höchste Dringlichkeit | |
| 2 - wichtig | ||
| 3 - wünschenswert | ||
| Termin: | Zeitpunkt, bis zu dem die Einzelmaßnahme erledigt oder ein Konzept zur Lösung vorgelegt werden soll. | |
| Umsetzbarkeit: | sofort | Es sind keine Vorarbeiten oder die Bereitstellung erheblicher Mittel zur Umsetzung notwendig. Die Realisierung kann sofort beginnen |
| kurzfristig | Es sind weitere Recherchen oder konzeptionelle Ausar beitungen notwendig | |
| mittelfristig | Es sind umfangreiche Recherchen, zum Teil unter Beteiligung Externer notwendig, bevor mit der Realisierung begonnen werden kann. | |
| langfristig | Lösungsansätze müssen an externe Gremien herangetragen werden. Eine interne Lösung ist nicht möglich. | |
| Priorität | Problembereich | Termin | Umsetz-barkeit | Zustän-digkeit |
| Atemschutzeinsatz | ||||
| 1 | Eigenkontrolle des Atemschutztrupps | 6/96 | sofort | 374,375, 371/3 |
| 1 | Morgendliche Fülldruckkontrolle | 6/96 | sofort | 374,375, 371/3 |
| 1 | Überwachung der Einsatzdauer | 6/96 | sofort | 374, 375 |
| 1 | Erstellen eines Überwachungskonzeptes | 8/96 | sofort | 372/371 |
| 1 | Umsetzen des Überwachungskonzeptes | 12/96 | kurz-fristig | 374,375, 371/3 |
| 1 | Einsatzgrundsätze beachten | 6/96 | sofort | 374,375, Einsatz-leiter, 371/3 |
| 1 | Gegenseitige Information von Trupp und Führung | 6/96 | sofort | 374,375, Einsatz-leiter, 371/3 |
| 1 | Geräte zur Ortung | 10/96 | kurz-fristig | 372 |
| 1 | Atemschutzübung mit Notfalltraining | 1/97 | kurz-fristig | 371/3, 372 |
| 2 | Zusammenstellung wachreiner Trupps | 6/96 | sofort | 374,375 |
| 2 | Restzeit bei Ansprechen des Restdruckwarners verlängern | 1998 | lang-
fristig |
372, DIN |
| 2 | Flaschenvolumen vergrößern | 2000 | mittel-fristig | 372 |
| 2 | Atemschutz - Rettungsgeräte | 10/96 | kurz-fristig | 372 |
| 2 | Verbindungsleine | 7/96 | kurz-fristig | 372 |
| 2 | Änderung der FwDV 7 | 1998 | lang-fristig | 372 |
| Kommunikation | ||||
| 1 | Funkdisziplin | 6/96 | sofort | 374,375, Einsatz-leiter, 371/3 |
| Priorität | Problembereich | Termin | Umsetz-barkeit | Zustän-digkeit |
| 1 | Notruf - Code | 6/96 | sofort | 371 |
| 1 | Fernmeldeorganisation | 7/96 | kurz-fristig | 373, 371 |
| 1 | Ausstattung mit Funkgeräten | 10/96 | kurz-fristig | 373 |
| 2 | Kommunikation untereinander im Atemschutztrupp | 1998 | mittel-fristig | 373 |
| 2 | Technischer Standard im 2-m-Funk | 1998 | mittel-fristig | 373 |
| 2 | Änderung PDV 810 | 1998 | lang-fristig | 373 |
| 3 | Notsignaltaste | 1998 | lang-fristig | 373 |
| Streßresistenz | ||||
| 1 | Notfalltraining | 9/96 | kurz-fristig | 371/3 |
| 1 | Einsatznahe Ausbildung | 1/97 | mittel-fristig | 371/3 |
| Verrauchung der Vorhalle / Lüfter | ||||
| 1 | Taktikschulung | 6/96 | sofort | 374,375, 371/3 |
| 1 | Handhabung | 6/96 | sofort | 372, 374,375, 371/3 |
| 2 | Technische Ausstattung | 1/97 | mittel-fristig | 372 |
| Schnellangriff | ||||
| 1 | Einsatzkonzept | 6/96 | sofort | 371 |
| 2 | Verdrallen | 1997 | mittel-fristig | 372 |
| Priorität | Problembereich | Termin | Umsetz-barkeit | Zustän-digkeit |
| Fangleine | ||||
| 1 | Befestigung der Leine im Beutel | 6/96 | sofort | 374,375, 371/3 |
| 1 | Trageweise | 1/97 | kurz-fristig | 372 |
| 1 | Mitnahmetaktik | 6/96 | sofort | 371 |
| 2 | Fangleinenbeutel | 1/97 | kurz-fristig | 372 |
| 2 | Änderung der DIN | 1998 | lang-fristig | 372 |
| Rettungstrupp | ||||
| 1 | Bereitstellung / Bereitstellungsraum | 6/96 | sofort | 371 |
| 1 | Erreichbarkeit | 6/96 | sofort | 371 |
| 1 | Sonstige Tätigkeit | 6/96 | sofort | 371 |
| 1 | Anbindung / Führung | 6/96 | sofort | 371 |
| 1 | Bereitstellung der RTW-Besatzung | 6/96 | sofort | 371 |
| 1 | Personalstärke des Atemschutz-Rettungstrupps | 6/96 | sofort | 371 |
| 2 | Suchtaktik / Ausbildung zum Rettungstrupp | 8/96 | kurz-fristig | 371/3 |
| 2 | Anzahl der Rettungstrupps (Konkretisierung der FwDV 7; übersichtlich - unübersichtlich), Änderung der FwDV | 1998 | lang-fristig | 371, 372 |
| 2 | Konkretisierung der Begriffe "übersichtlich" und "unübersichtlich" für die BF Köln | 8/96 | kurz-fristig | 371, 372 |
| Sonstige Ausrüstung | ||||
| 1 | Befestigung am Träger | 1/97 | kurz-fristig | 372, 373 |
| 1 | Keile | 7/96 | kurz-fristig | 372 |
| 1 | Messer (Art und Unterbringung) | 7/96 | kurz-fristig | 372 |
| 1 | Ausgabe der Schutzhandschuhe | 6/96 | sofort | 372 |
| Priorität | Problembereich | Termin | Umsetz-barkeit | Zustän-digkeit |
| 2 | Private Ausrüstung | 7/96 | kurz-fristig | 372,
374,375 |
| 2 | Handscheinwerfer | 7/96 | kurz-fristig | 372 |
| Verantwortlichkeit für die eigenen Schutzausrüstung | ||||
| 1 | Prüfung der Maske | 6/96 | sofort | 372, 374,375 |
| 1 | Pflegezustand sicherheitsrelevanter Gegenstände | 6/96 | sofort | 374,375 |
| 2 | Poolvorhaltung | 9/96 | kurz-fristig | 372 |
| Allgemeines Gefahrenbewußtsein | ||||
| 1 | Aufklärung | 8/96 | sofort | 374,375, 371/3 |
| 1 | Mitteilungspflicht bei Veränderungen | 6/96 | sofort | 374,375 |
| Einsatznachbereitung | ||||
| - | Kritikfähigkeit | kontinu-
ierlich |
sofort | 37 |
| 1 | Qualitäts-Management-System | 6/96 | mittel-fristig | 371 |
| 2 | Ständige Unfallkommission | 8/96 | kurz-fristig | 371 |
| 2 | Unfall - Leitfaden | 8/96 | kurz-fristig | Fasi |
| Ausbildung | ||||
| 1 | Taktik beim Vorgehen (Verwendung Beil) | 6/96 | sofort | 371/3 |
| 1 | Personalschonende Löschtaktik | 6/96 | sofort | 371/3 |
| Priorität | Problembereich | Termin | Umsetz-barkeit | Zustän-digkeit |
| 1 | Entwickeln von Standards für die Arbeit im Kölner Löschzug / briefing | 6/97 | mittel-fristig | 371, 374,375 |
| 2 | Bau einer Feuerlösch-Übungsanlage | 1998 | mittel-fristig | 371/3 |
| 2 | Qualifikation des Angriffstruppführers | 8/96 | kurz-fristig | 371 |
| 3 | Leeratmen von PA | 6/96 | kurz-fristig | 372 |
| Führung | ||||
| 1 | Einhaltung des LZ-Konzepts / Führungskonzepts | 6/96 | sofort | 374,375, Einsatz-leiter |
| 1 | Konsequenter Aufbau von Führungsstrukturen vor Ort | 6/96 | sofort | 374,375, Einsatz-leiter |
| 1 | Notwendigkeit der Lageerkundung | 6/96 | sofort | 371, 374,375 |
| 1 | Einsatz mit / ohne Bereitstellung | 6/96 | sofort | 374,375 |
| 1 | Wahrnehmung von Führungsaufgaben | 6/96 | sofort | 371, 374,375 |
| 1 | Gegenseitige Information | 6/96 | sofort | 371, 374,375 |
| 1 | Frühzeitige Bildung von Einsatzreserven | 6/96 | sofort | 371, 374,375 |
| 2 | Hinweise zur Bildung von Einsatzabschnitten | 9/96 | kurz-fristig | 371 |
| Multifunktionalität | ||||
| 1 | Konzept zur Sicherstellung einer ausreichenden Einsatzerfahrung | 1/97 | kurz-fristig | 371/3, 374,375 |
| Priorität | Problembereich | Termin | Umsetz-barkeit | Zustän-digkeit |
| Personaleinsatz | ||||
| 1 | Sicherstellung einer gleichmäßigen Personalstärke | 1/98 | lang-fristig | 371 |
| 2 | Überprüfung des Konzeptes "Dreier-Angriffstrupp" | 12/96 | kurz-fristig | 371 |
| Personalstärke bei Hochhausbränden | ||||
| 2 | Bedarfsanalyse, Einsatzauswertung | 10/96 | kurz-fristig | 371 |
| Vorbeugender Brandschutz | ||||
| 2 | Entrauchung von Gebäuden | 6/97 | lang-fristig | 376 |
| 2 | Prüfung der Notwendigkeit einer Sonderbrandschau in Hochhäusern | 12/96 | kurz-fristig | 376 |
6. Sonstige Unterlagen
Auf Wunsch sind folgende Unterlagen zur umfassenden Dokumentation bei 371 einsehbar:
7.1 Offenlegung
Der Abschlußbericht der Unfallkommission wird allen Wachen und den Abteilungen der Berufsfeuerwehr Köln sowie den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Köln zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch erfolgt eine Weitergabe an externe Interessenten.
7.2 Fachliteratur
Eine Vielzahl der Probleme, die zum Tod des BM Stampe beigetragen haben, kann sich so oder in ähnlicher Weise bei jeder Feuerwehr wiederholen. Daher ist eine kurzfristige Veröffentlichung des Schlußberichtes in der Fachpresse vorzusehen. Der Abschlußbericht wird in die vfdb-Mailbox eingebracht.
7.3 Hotline
Der Schlußbericht kann nicht alle zusammengetragenen Details in voller Breite wiedergeben. Darüber hinaus besteht der Wunsch der Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Köln, die unmittelbar persönlich beteiligten Kollegen und die Unfallkommission zu befragen. Gleichfalls besteht das Angebot dieser Gruppe, die Kollegen aus erster Hand zu informieren. Dazu wird die Einrichtung einer Hotline an drei Tagen innerhalb eines Zeitraums von 4 Wochen nach Veröffentlichung des Berichtes vorgeschlagen.
8. Schlußwertung
Unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse ist festzustellen:
Der Schlüssel dazu erscheint vor allem die Einsicht aller zu sein, die Gefahren des Feuerwehreinsatzes zu erkennen, stets bewußt zu werten und vorausschauend zu handeln. Bei ehrlicher Betrachtungsweise lassen sich nahezu alle oben zusammengetragenen Problembereiche an vielen Einsatzstellen bei vermutlich allen Feuerwehren beobachten. Es wäre leichtfertig gehandelt, darüber zur Tagesordnung überzugehen.
Die Unfallkommission dankt allen, die diesen Bericht durch ihren Beitrag ermöglicht haben.
Köln, im April 1996
Anlagen
I - Lageplan des Objektes mit der Fahrzeugaufstellung
II - Lageplan des Erdgeschosses
III - Lageplan des Kellergeschosses